Jürgen Partenheimer

Unverloren – Unlost
The Raven Diaries / One Hundred Poets

26. September bis 17. November 2018


Auf azurnem Kristall, 2016, 100 Poets, Federico Garcia Lorca
Aquarell, Bleistift auf Papier, 27 x 33 cm



Die besondere Qualität der Zeichnungen von Jürgen Partenheimer liegt darin
begründet, dass in ihnen die Kategorien von Schönheit und Ausdruck eine
unverbrüchliche Einheit bilden, die den Kanon der Wahrnehmung souverän
um die Dualität von Erlebnis und Erkenntnis erweitert.
    Klaus Schrenk


Jürgen Partenheimer, 1947 in München geboren, studierte in Deutschland, Frankreich, den USA und Mexiko. Teilnahme an den Biennalen in Paris, São Paulo und Venedig, 1980-1986. Professuren und Gastprofessuren an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf; der Rijksakademie Amsterdam; am San Francisco Art Institute; an der University of California, Davis; am Edinburgh College of Art und an der Rhode Island School of Design.

2000 wurde Partenheimer als erster zeitgenössischer deutscher Künstler mit einer Retrospektive in der Nationalgalerie Peking und im Nanking Museum geehrt. Einzelausstellungen unter anderem in der Nationalgalerie Berlin; der Hamburger Kunsthalle; im Städelschen Kunstinstitut Frankfurt; im Stedelijk Museum Amsterdam; im IVAM Valencia; im S.M.A.K. Gent; in der Kunsthalle Karlsruhe; in der Pinakothek São Paulo; im Kunstmuseum Bonn und der IKON Gallery Birmingham; in der Pinakothek der Moderne, München; in den Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg; im Gemeentemuseum Den Haag, in der Contemporary Art Gallery, Vancouver und im Musée Ariana, Genf. Zu allen Ausstellungen erschienen monographische Publikationen.

Jürgen Partenheimer behandelt seine Themen an der Grenze ihrer Körperlichkeit, sie markieren den subtilen Punkt des Übergangs zwischen Gegenständlichkeit und Immaterialität. Sein vielschichtiges Werk ist als konsequent gedachte Abhandlung über die Natur des Sehens und dessen stets wechselnde Beziehung zum Wissen zu verstehen. Seine Malerei, Zeichnung und Skulptur, wie auch seine Künstlerbücher und Texte verbindet zeichenhafte Reduktion mit poetischer Empfindung und kritischer theoretischer Reflexion. Sie alle umkreisen einen Zustand der Unbestimmtheit.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus zwei Werkgruppen, The Raven Diaries und One Hundred Poets. The Raven Diaries entstanden während eines Aufenthalts 2014 in Vancouver anlässlich des verliehenen Distinguished Residency Award der Emily Carr University Vancouver und begleiten die mythische Figur des Raben, die tief in der Literatur und im Sagenschatz des Landes verankert ist. Das über einen längeren Zeitraum angelegte Projekt One Hundred Poets – dessen Titel auf den 1836 von Hokusai begonnenen Zyklus zu einer alten japanischen Anthologie von „100 Poets“ weist – nimmt jeweils ein Gedicht von hundert vom Künstler besonders wertgeschätzten Dichtern als Ausgangspunkt. Durch das als wesensnah verstandene Gedicht „verwandelt sich Sprache als Partitur von Innerlichkeit und Psyche in Bilder“ (Jürgen Partenheimer).



Apparition, 2018, 100 Poets, Ezra Pound
Aquarell, Tusche auf Papier, 45,5 x 60,5 cm