Barbara Klemm wurde 1939 in Münster geboren. Seit 1959 bei der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung, seit 1970 dort Redaktionsphotographin. Sie erhielt zahlreiche
Auszeichnungen, so den Dr. Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für
Photographie, den Hugo-Erfurth-Preis, den Konrad-von-Soest-Preis. 2011
Aufnahme in den Orden Pour le mérite. Zahlreiche Museumsausstellungen und
Publikationen. Umfassende Retrospektiven 1999 „Unsere Jahre. Bilder aus
Deutschland“ im Berliner Deutschen Historischen Museum und 2013 im Martin-
Gropius-Bau Berlin. Die photographische Arbeit von Barbara Klemm steht im Zusammenhang mit
ihrer Tätigkeit als Bildjournalistin. Ihr Werk ist aber mehr als Reportagephotographie
und bezieht seinen Rang nicht aus dem Aktuellen. Auch die Reportage im
engeren Sinne hat den Charakter eines historischen und menschlichen
Dokuments mit einem eigenen bildkünstlerischen Anspruch. Der Mensch steht
dabei in der Regel im Mittelpunkt. Ein Kennzeichen der Arbeit von Barbara
Klemm ist das völlige Fehlen eines inszenatorischen Effekts. Die Arbeiten
zeichnet Ruhe und Ausgewogenheit aus. Der Grund liegt in der kompositorischen
Qualität der Bilder, dem Sinn für Gestaltung und Rhythmus, wozu das Erfassen
des rechten Moments und des richtigen Standpunkts gehört. Nie sind die
Aufnahmen arrangiert, auch nicht bei Einzelporträts. Wie die große Geste und
der äußere Effekt fehlen, so wird andererseits keinem Verismus gefrönt, der das
Distanzverhältnis, den Respekt vor dem anderen beeinträchtigte. Das Bild
bekommt etwas Gültiges, einen eigenen Ausdruckswert und etwas zwanglos
Begründetes.