Enrico Della Torre wurde 1931 in Pizighettone bei Cremona geborfen. 1951-1955
Besuch der Accademia di Brera in Mailand. 1960 1. Preis für Malerei San Fedele
in Mailand. Teilnahme 1974 an der Ausstellung „Italienische Graphik des 20.
Jahrhunderts“ in der Kunsthalle Darmstadt. 1987 Retrospektive in der Neuen
Pinakothek in München. Beteiligung an der Ausstellung „Disegno italiano –
Italienische Zeichnungen 1908-1988“ im Frankfurter Städel, Berliner Kupfer-
stichkabinett, Kunsthaus Zürich. 2000 Retrospektive „Enrico Della Torre. La
rivelazione della natura“ im Palazzo Magnani, Reggio Emilia. 2012 bei Skira
Werkkatalog zur Graphik von 1952 bis 2012. Arbeiten u. a. in der Albertina Wien,
im Gabinetto Disegni der Uffizien Florenz, in der Graphischen Sammlung
München, im Museum of Modern Art New York. Enrico Dellla Torre sah sich von Anfang an vor dem Problem, das Primat der Form
in der modernen Malerei nur in Auseinandersetzung mit der Realität und in
steter Rückbindung an diese gelten zu lassen, die die Frage, wie sich für ihn
Realität definiert, einschließt. Gleichrangig stehen Malerei, Zeichnung, Graphik
nebeneinander. Della Tore stellt vielfältige und überraschende Korrespondenzen
her, die auf etwas Gegebenes, Organisches wie Unbelebtes, verweisen, auf
zoomorphe Wesen, Vegetabiles, Landschaftsformationen oder auf Imaginiertes.
Realität wird somit neu geordnet, verdichtet oder überhaupt erst erzeugt. Es
wird ein Reichtum neuer Zusammenhänge erschossen. Reale und irreale Welt
stehen in einem Verhältnis innerer Kongruenz zueinander. Diese Evozierung
verläuft mittels eines frei verwendeten assoziativen, formal offeneren oder mehr
geometrisierenden Formenvokabulars und einer bewussten, dabei nie kühl
kalkulierten Bildorganisation.