Rudolf Englerts (1921-1989) Werk gehört zu den wichtigen künstlerischen
Zeugnissen seit den frühen sechziger Jahren. Nach dem Studium an der
Kunstakademie in Düsseldorf absolvierte Englert 1952 bis 1956 ein weiteres
Studium an der Folkwang-Werkkunstschule in Essen. Parallel zu anderen
zeitgenössischen Bewegungen wie Zero, aber unabhängig von Gruppen
realisierte er vor allem in der Zeichnung ab 1960 seine bildnerischen
Vorstellungen. Es entstanden von nun an umfangreiche Zyklen auf Papier,
systematisch erarbeitete Werkfolgen auf der Basis eines reduzierten
zeichnerischen Repertoires, von Reihungen, Notaten, die die Kunstkritik früh
unter die führenden zeitgenössischen Positionen einreihte. 1962 Einzelausstellung
in Kiel. 1963 Beteiligung an der umfassenden Ausstellung zur Schrift im
Bild in der Moderne in der Kunsthalle Baden-Baden, im Stedelijk Museum
Amsterdam. In den siebziger Jahren werden die Kompositionen komplexer und bildmäßiger in
der Anlage. Der Schriftcharakter wie die Anklänge an musikalische Notationen,
die sich früh abzeichneten, treten deutlicher in den Vordergrund. In dem
Vorgehen Englerts manifestiert sich der prinzipiell andere Ansatzpunkt im
Vergleich zu den sonstigen Strategien zur Schrift und Schriftgeste im Bild. Englert
entwickelte so für die Zeichnung mit seinem Instrumentarium auf nichtgegen-
ständlichem Wege neue Gestaltformen und Ausdruckspotentiale. 1979 von
Siegfried Salzmann eingerichtete Retrospektive im Wilhelm-Lehmbruck-Museum
Duisburg. Die letzte Zeichnungsfolge entsteht 1982. In der Edition Dittmar
erschien eine Publikation, die zum ersten Mal umfassend das zeichnerische Werk
von Rudolf Englert vorstellt.