Li Jin wurde 1958 in Tianjin bei Peking geboren und gehört zu den bedeutendsten
chinesischen Künstlern der Gegenwart. Teilnahme 2008 an der Ausstellung
„Zeitgenösssiche Tuschmalerei aus China“ in den Staatlichen Museen in Berlin
und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. 2010 wurde er im Museum of
Fine Art in Boston gezeigt und ihm ein dreibändiger Katalog gewidmet. 2012
vertreten in der Ausstellung „Eine andere Moderne. Zeitgenössische chinesische
Tuschmalerei“ im Kunsthaus Hamburg. Li Jin hat eine Professur an der Academy
of Fine Arts in Tianjin. Li Jin knüpft an die große Tradition der chinesischen Tuschmalerei an, aus der er
unter den heutigen Bedingungen seinen eigenen unverwechselbaren Stil
entwickelte und dieser Tradition im Sujet, in der persönlichen Figurenwelt und
im Ausdruck ganz neue Möglichkeiten abgewann. Li Jins Malerei hat eine
literarische, erzählerische Qualität, seine Themen sind Alltagsszenen, die eigene
Person, auch als Rollenspiel verstanden. Es sind sehr in das Diesseits gerückte
Sujets von großer Unmittelbarkeit. Hieraus ergeben sich die unterschiedlichen,
sich durchdringenden Stillagen, die reiche Typologie und das leicht karikierende
Element in der Typisierung der Personen. Immer schwingt dabei ein sympa-
thetisches Moment mit, auch ein melancholischer Grundton kann dem
beigegeben sein. So grundiert die diesseitigen, geselligen Freuden ein Vanitas-
Element. Die Wiedergabe des Alltäglichen erweist sich dabei technisch und
künstlerisch, in der Handhabung der Tusche, in der Art wie Form erzeugt wird, im
Umgang mit Raum und Gegenstand, in den Ausdrucksnuancierungen der
Personendarstellung, als virtuos und nuancenreich.