Klaus Kinold wurde 1939 in Essen geboren. Studium der Architektur an der
Technischen Hochschule Karlsruhe. 1968 Eröffnung eines Ateliers für
Architekturfotografie in München. Er dokumentierte viele der bedeutenden
Architekturen, Bauten von Walter Gropius, Mies van der Rohe, Le Corbusier,
Carlo Scarpa bis zu Frank O. Gehry, James Stirling, Tadao Ando. Zahlreiche
Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Büchern. 1987 bis 1996 Lehrauftrag
für Fotografie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Museumsausstellungen unter anderem 1993 in der Kunsthalle Bielefeld, 1994 im
Palazzo Reale Neapel, 1995 in der Neuen Sammlung München, 2001 im Neuen
Museum Nürnberg. Vertreten unter anderem im Museum Folkwang Essen, im
Museum Ludwig Köln, im Metropolitan Museum of Art New York, in der Neuen
Sammlung München. Nach der Auffassung von Klaus Kinold hat die Architektur vermittelnde, dienende
Funktion, wobei aber der Anspruch deutlich ist: die entschieden vertretene
Forderung nach Qualität. Die Wiedergabe von Architektur, von etwas Räumlichem
in der Fläche verändert naturgemäß den Gegensand. Hinzu kommt die
durchdachte Herangehensweise von Kinold, die Lichtführung, die Abstufungen
der Tonwerte, die Reduzierung auf das für bildwürdig Befundene. Die Festlegung
des Ausschnitts ist eine wertende Entscheidung, die zur bildmäßigen Isolierung
des Abgelichteten führt; das Ergebnis sind gebaute Bilder. Die Fotografien entwickeln
eine eigene Ausstrahlung, sie ermöglichen ein „Exerzitium in meditativer
Wahrnehmung“ (Ulrich Weisner). Parallel hierzu entstand ein umfangreicher
Werkkomplex von Panoramafotografien, vornehmlich aus Italien, die Städtisches,
Gebautes, Landschaften umfassen und weite, stille Räume von großer Intensität
erschlossen.