Imi Knoebel, 1940 in Dessau geboren, beschäftigte sich seit dem Studium
ab 1964 an der Düsseldorfer Kunstakademie mit den radikalen Positionen
der geometrischen Abstraktion der Moderne. Er erschloss im folgenden dem
Nichtgegenständlichen neue Möglichkeiten – durch die Art der Verwendung
der Farbe, die rhythmischen, kompositorischen Beziehungen der Teile, die
verwendeten Materialien, die räumliche, ins Stereometrische ausgreifende
Auffassung. Der internationale Rang Imi Knoebels wurde durch den großen
Auftrag für die Kathedrale in Reims weiter gefestigt, als er 2008 bis 2011
sechs Fenster im Chorumgang der französischen Krönungskirche entwarf.
Er zog hier die Summe aus den seit den siebziger Jahren gewonnenen Erfahrungen,
auch im Ausdrucksgehalt, der den Arbeiten Knoebels immer wieder eingeschrieben
ist. Das Fundament hatte er früh gelegt mit Arbeiten, deren vermeintlich flüchtige
naturnahe oder geometrische Formelemente eine Intensität und räumliche Qualität
entfalteten.