Jürgen Partenheimer, 1947 in München geboren, studierte in Deutschland,
Frankreich, den USA und Mexiko. Teilnahme an den Biennalen in Paris,
São Paulo und Venedig, 1980-1986. Professuren und Gastprofessuren
an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf; der Rijksakademie Amsterdam;
am San Francisco Art Institute; an der University of California, Davis;
am Edinburgh College of Art und an der Rhode Island School of Design.

2000 wurde Partenheimer als erster zeitgenössischer deutscher Künstler
mit einer Retrospektive in der Nationalgalerie Peking und im Nanking
Museum geehrt. Einzelausstellungen unter anderem in der Nationalgalerie
Berlin; der Hamburger Kunsthalle; im Städelschen Kunstinstitut Frankfurt;
im Stedelijk Museum Amsterdam; im IVAM Valencia; im S.M.A.K. Gent; in der
Kunsthalle Karlsruhe; in der Pinakothek São Paulo; im Kunstmuseum Bonn
und der IKON Gallery Birmingham; in der Pinakothek der Moderne, München;
in den Deichtorhallen Hamburg - Sammlung Falckenberg; im Gemeentemuseum
Den Haag, in der Contemporary Art Gallery, Vancouver und im Musée Ariana,
Genf. Zu allen Ausstellungen erschienen monographische Publikationen.

Jürgen Partenheimer behandelt seine Themen an der Grenze ihrer Körperlichkeit,
sie markieren den subtilen Punkt des Übergangs zwischen Gegenständlichkeit
und Immaterialität. Sein vielschichtiges Werk ist als konsequent gedachte
Abhandlung über die Natur des Sehens und dessen stets wechselnde Beziehung
zum Wissen zu verstehen. Seine Malerei, Zeichnung und Skulptur, wie auch
seine Künstlerbücher und Texte verbindet zeichenhafte Reduktion mit poetischer
Empfindung und kritischer theoretischer Reflexion. Sie alle umkreisen einen
Zustand der Unbestimmtheit.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus zwei Werkgruppen, The Raven Diaries
und One Hundred Poets. The Raven Diaries entstanden während eines Aufenthalts
2014 in Vancouver anlässlich des verliehenen Distinguished Residency Award
der Emily Carr University Vancouver und begleiten die mythische Figur des Raben,
die tief in der Literatur und im Sagenschatz des Landes verankert ist.Das über
einen längeren Zeitraum angelegte Projekt One Hundred Poets – dessen Titel
auf den 1836 von Hokusai begonnenen Zyklus zu einer alten japanischen Anthologie
von „100 Poets“ weist – nimmt jeweils ein Gedicht von hundert vom Künstler
besonders wertgeschätzten Dichtern als Ausgangspunkt. Durch das als wesensnah
verstandene Gedicht „verwandelt sich Sprache als Partitur von Innerlichkeit
und Psyche in Bilder“ (Jürgen Partenheimer).