Arnulf Rainer wurde 1929 in Baden bei Wien geboren. Nach surrealen Anfängen
entstehen seit Anfang der fünfziger Jahre die schwarzen Zumalungen, es folgen
die ersten Übermalungen, dann die existential aufgeladenen Kruzifikationen. Seit
Anfang der sechziger Jahre Beschäftigung mit Art Brut und psychotischer Kunst,
die zu den körpersprachlichen Aktionen und Manifestationen führen. Daraus
entwickelt sich das Interesse am Physiognomischen, mit dem Ergebnis ab 1970
der Face Farces und im folgenden der dialogischen Auseinandersetzung mit
kunsthistorischen Vorbildern. Seit Beginn dieser Zeit wichtige Auszeichnungen,
Publikationen und Ausstellungen. Teilnahme 1972 und 1982 an der Documenta,
1978 an der Biennale in Venedig. 1980 Retrospektive in der Nationalgalerie
Berlin. Weitere bedeutende Museumsstationen unter anderem: Kunstmuseum
Bonn, Museum des 20. Jahrhunderts Wien, Sprengel Museum Hannover, Schirn
Frankfurt, schließlich 1989 Salomon R. Guggenheim Museum New York. Arnulf Rainer bezog seit Anfang der fünfziger Jahre eine der kompromisslosesten
und radikalsten Positionen in der Malerei, die ihre Infragestellung und Neubewertung
einschloss. In seiner Ausdrucksintensität bewegt sich das Werk von
früh an zwischen dem Aktionistischen, expressiver Gestik und kontemplativer
Zurückgenommenheit. Die Gratwanderungen, die Wechsel und Neuansätze sind
der wesentliche Impuls der Arbeit und ihrer stets erneuerten Intensität. Die
Brüche schließen in ihrer Spannweite das Zerstörerische und Gewaltsame wie
die subtilen Annäherungen und Anverwandlungen ein. Aus den Voraussetzungen
und der Vorgehensweise ergibt sich auch die große Bedeutung des Mediums
Zeichnung für dieses Werk.