Horst Schäfer wurde 1932 in Bruchertseifen im Westerwald geboren. Parallel zur
Ingenieurausbildung 1950 bis 1955 Beschäftigung mit den photographischen
Techniken. Ab 1958 erste Agenturtätigkeit, Dokumentationen zu Düsseldorf und
den Industriegebieten. Auswanderung 1960 nach Kanada, ab 1961 in New York.
Dort bis 1973 tätig als Pressephotograph für viele Agenturen, Veröffentlichungen
in führenden Magazinen und Zeitungen, unter anderem mit bedeutenden
Fotoreportagen. Zu der freien Fotografie zählte die Architekturfotografie, die
sich aus der Beschäftigung mit der Topographie Manhattans entwickelte. Die
abstrahierende, konstruktivistische Bildästhetik dieser Arbeiten erschloss dem
Medium neue Möglichkeiten. Den kraftvollen, zugleich poetischen oder auch
melancholischen Zugriff auf die Wirklichkeit, die Transzendierung des zufälligen
Moments zeigen in gleichem Maße die Aufnahmen des städtischen Lebens, der
Stadtlandschaften und Vorortgebiete New Yorks. 1980 Rückkehr nach Deutschland. Bis 1993 Bildkorrespondent für Associated
Press, Veröffentlichungen in zahlreichen Zeitungen und Magazinen. Die
Zeitschrift Nike. European Photograph gibt 1994 eine Sondernummer zu den
New Yorker Architekturbildern heraus.1995 bis 1997 Beschäftigung mit August
Sander und dessen Projekt Menschen des 20. Jahrhunderts. 1996/1997
umfassende Ausstellung in den Kunstsammlungen der Veste Coburg und der
Neuen Sammlung München, begleitet von einem umfangreichen Katalogbuch.
Der Dokumentarfilm von 2001 für den Bayerischen Rundfunk „Der große
Unbekannte – Horst Schäfer Fotograf“ erhält den Bayerischen Fernsehpreis
für Kultur. Ankauf von Arbeiten unter anderem durch die Photographische
Sammlung/SK Stiftung Köln, die Kunstsammlung der DZ Bank, das J. Paul Getty
Museum Los Angeles.