Ernesto Tatafiore wurde 1943 in Neapel geboren. 1969 erste Ausstellung bei
Lucio Amelio, der damals führenden italienischen Avantgardegalerie. Die
Papierarbeiten und Objekte changierten in jener Zeit zwischen Konzeptkunst,
Arte Povera und Dada, woraus sich die weiteren Ausdrucksformen entwickeln,
die charakteristisch für Tatafiore blieben: das Arbeiten mit unterschiedlichen
Techniken, die Verbindung von Malerei, Zeichnung und Graphik, die Einbeziehung
von Schrift, Collage und objektartigen Skulpturen. Die zeichnerische
Subtilität und die vermeintlich klassische, einfache Vorgehensweise verbinden
sich mit einer verfremdenden und hintergründigen Manier. Die Themen und das
Personal sind häufig der Geschichte entnommen, zentraler Bezugspunkt ist dabei
die französische Revolution und ihre ambivalente, janusköpfige Grundfigur. 1970 und 1980 Teilnahme an der Biennale in Venedig mit Objekten und Installationen.
Ebenfalls 1980 Beteiligung an der Überblicksausstellung zur Transavanguardia
in der Kunsthalle Basel, im Museum Folkwang Essen und im Stedelijk
Museum Amsterdam. 1982 große Einzelausstellung im Kunstmuseum Luzern.
1984 und 1985 Beteiligung an den Zeichnungsausstellungen im Kunsthaus Zürich
und im Museum Moderner Kunst Wien. Ebenfalls 1985 Einzelausstellung mit
dem graphischen Werk im Metropolitan Museum of Art, New York. 1987
Beteiligung an der Ausstellung „Terrae Motus“ im Grand Palais Paris (mit Joseph
Beuys, Anselm Kiefer; Richard Long, Rauschenberg und Warhol). 1990 dritte
Teilnahme an der Biennale in Venedig. 1993 Retrospektive im Museum
Moderner Kunst in Wien. Nach weiteren Museumsausstellungen 2009 große
Ausstellung in Reggia di Caserta, dem barocken Königspalast von Caserta.