Hana Usui wurde 1974 in Tokyo geboren. Sie studierte parallel zu ihrer
schulischen Ausbildung von früh an Kalligraphie, von 1994 bis 1998 an der
Waseda Universität in Tokyo Kunstgeschichte. Nach dem Umzug nach Berlin
hatte sie 2008 bis 2009 einen Lehrauftrag am Kunsthistorischen Institut der
Freien Universität Berlin. Seit 2010 lebt sie in Wien. Ausstellungsbeteiligungen
unter anderem im Art Museum von Tokyo, im Museum Residenzgalerie Salzburg,
im Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und im
Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen Berlin. Anlässlich ihrer Ausstellung
in der Kunsthalle Wien 2012 erschien ein Katalog. Von ihrem Ausgangspunkt in der japanischen Kalligraphie löste sich Hana Usui,
ohne deren geistigen und formalen Grundlagen gänzlich aufzugeben, immer
mehr, um zu einer freien, bei aller Reduktion außerordentlich variationsreichen
Linienbildung zu finden. Diese kann zu stärkeren Konzentrationen führen,
äußerster Verknappung, graphischer Klarheit oder linearem rhythmischem Spiel
bis zum markanten gestischen Ausdruck. Hierzu gehört das Verhältnis von
zeichnerischer Gestalt und freiem Raum und die dadurch erzeugte Spannung.
Eine Bedeutungsebene wird nie ganz aufgegeben, zeichenhafte und
bezeichnende Vorstellungen schwingen in unterschiedlicher Ausprägung mit, die
aber immer unaufdringlich bleiben. Zusätzlich führt die Verwendung der Ölfarbe
zu einer Intensivierung des graphischen Bildes wie die Tuschlavierung auf einem
zweiten, der Zeichnung unterlegten Blatt den räumlichen und malerischen
Reichtum steigert. Diese Vielfalt der zeichnerischen Möglichkeiten und die allen
Blättern eingeschriebene Offenheit stehen ganz im Dienst der stilistischen
Einheit des zeichnerischen Werks.