Hideaki Yamanobe, 1964 in der Nähe von Fukushima geboren und in Deutschland und Japan
lebend, zählt international zu den bedeutenden Künstlern der mittleren Generation. Sowohl
der östlichen wie der westlichen Tradition verpflichtet, fand er schnell zu einem unverwech-
selbaren bildlichen Ausdruck. Die Materialität der Arbeiten mit ihren transparenten, dann
wieder opak wirkenden, auf Schwarz und Weiß aufbauenden Farbschichten korrespondiert
in vielfältiger Weise mit räumlichen und atmosphärischen Bezügen. Die Stimmungswerte
und Naturvorstellungen bewahren dabei etwas Unbestimmtes, der Gefühlsgehalt erscheint
wie nach innen verlegt, und man wird immer wieder auf die Malerei selbst verwiesen. Gra-
phische Elemente, Linienzüge und Ritzungen, führen zu einer Rhythmisierung und formalen
Verfestigung. Zuweilen, vor allem in den Arbeiten auf Papier, bekommt das gegenständliche
Element ein größeres Gewicht. Die genuinen Qualitäten offenbaren sich in jedem Format, ob
in den Miniaturen oder den großen Leinwänden. Mit sparsamsten Mitteln und auf der Basis
der farblichen Beschränkung, die erst den Nuancenreichtum ermöglicht, entstehen Bild-
lösungen von großer Eindringlichkeit.

Vielfältige Berührungspunkte bestehen mit der Musik. 2000 und 2002 realisiert Yamanobe
für Helmut Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ die Bühnenausstattung
für die Aufführungen in Tokyo und bei den Salzburger Festspielen. Auf der Veranstaltung von
Matthias Pintscher im März 2017 in der Elbphilharmonie Hamburg stellt der Künstler im
Programmteil „Kunst und Musik“ neue Arbeiten vor. Unter den vielen Ausstellungen setzten
besondere Akzente 2003 die Kunsthalle Mannheim, die in einer Gegenüberstellung bedeu-
tender künstlerischer Positionen Carl Andre und Yamanobe zusammen präsentiert, 2008 die
Ausstellung im Schloss Morsbroich „Stratus“, 2013 diejenige im Marburger Kunstverein
unter dem Titel „Die Fülle der Leere“.