HANNSJÖRG VOTH

Biographie

Bilder

Hannsjörg Voth, 1940 geboren, beschäftigt sich seit Beginn der siebziger Jahre mit landschafts-bezogenen Projekten, die sich unter anderem aus der damaligen Bewegung der Land Art und Concept Art entwickelten (Walter de Maria, Christo, Michael Heizer). 1978 erfolgte die spektakuläre „Reise ins Meer“ einer riesigen Mumie auf dem Rhein. Anfang der achtziger Jahre entstand das „Boot aus Stein“, in einer im Ijsselmeer vor der holländischen Küste errichteten Pyramide aus Holz, das Monate später mit der Pyramide im Packeis zugrunde ging und versank. Diese symbolgeladenen, Mythisches und historische Tiefenschichten berührenden Ereignisse machten Voth berühmt und zählen bis heute zu den bedeutendsten Projekten ihrer Art weltweit.

Seit Anfang der achtziger Jahre entstand das umfassendste Vorhaben des Künstlers in der marokkanischen Wüste, bestehend aus der „Himmelstreppe“, der „Goldenen Spirale“ und der „Stadt des Orion“. Es sind surreal anmutende Architekturvisionen, pathetische Großskulpturen, Monumente der Einsamkeit, wie sie zuvor vergleichbar allenfalls in den monumentalen Idealentwürfen europäischer Architekturphantasien vorgebildet waren. Es sind bei aller Archaik und lapidaren Kargheit bis ins Detail mathematischer Gesetzmäßigkeiten durchdachte, außerordentlich anspielungsreiche Komplexe, die auf die Örtlichkeit Bezug nehmen, die Elemente und den jeweiligen Sonnenstand in die Konzeption einbeziehen und kosmische Bezüge herstellen. Die die Projekte begleitenden Zeichnungen des Künstlers nehmen dabei einen herausragenden Rang ein. Sie sind Ideenskizzen, Konstruktions- und Architekturzeichnungen und bildmäßig ausgeführte Blätter von imaginativer Kraft.

Die Aufnahmen der Frau des Künstlers, der Fotografin Ingrid Amslinger, dokumentieren die Aktionen und ihre Entstehung, verdeutlichen den Prozess der Realisierung, der Teil des künstlerischen Vorhabens ist, und besitzen darüber hinaus eine atmosphärische Dichte, die der magischen Ausstrahlung der Bauten und Szenerien Ausdruck verleihen. Umfangreiche monographische Publikationen mit reichem Bildmaterial geben darüber Aufschluss, wobei die „Stadt des Orion“ von 2005 mit ihren suggestiven großformatigen Bildfolgen wie eine Synthese dieser Realität gewordenen Visionen erscheint.