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Ernesto Tatafiore
Die Französische Revolution und die Allegorie der Tugend –
Eine fortlaufende Erzählung

Eröffnung: Freitag, 29. April 2022, 12 bis 18 Uhr
29. April bis 16. Juni 2022

Ernesto Tatafiore, Liberté, 1985, Acryl und Bleistift auf Leinwand, 30 x 40 cm

Ernesto Tatafiore, 1943 in Neapel geboren, hatte 1969 seine erste Ausstellung bei Lucio Amelio. In dieser damals führenden italienischen Avantgardegalerie stellt er in der Folge wiederholt aus, unter anderem mit Joseph Beuys, Richard Long, Robert Rauschenberg und Andy Warhol. Im nächsten Jahr, 1970, nimmt Tatafiore an der Biennale in Venedig teil, danach noch zweimal, 1980 und 1990. 1980 Beteiligung an der Überblicksaustellung zur zeitgenössischen italienischen Kunst in der Kunsthalle Basel, dem Museum Folkwang Essen und dem Stedelijk Museum Amsterdam. Dazu erscheint ein separater Katalog. 1982 folgt die Einzelausstellung im Kunstmuseum Luzern. 1985 zeigt das Metropolitan Museum of Art in New York das grafische Werk des Künstlers. Galerieausstellungen unter anderem bei Paul Maenz, Köln, André Emmerich, New York, und in der Lisson Gallery, London. Umfassende Ausstellungen im folgenden  unter anderem 1993 im Museum moderner Kunst Wien, 2005 im Museo Capodimonte in Neapel, 2009 in Reggia di Caserta, dem barocken Königspalast von Caserta, und 2017 im Museo Archeologico Nazionale di Napoli.

Tatafiore nimmt in der Kunst seit den siebziger Jahren eine unverwechselbare und herausgehobene Position ein. Das gilt auch gegenüber den italienischen Bewegungen der Arte Povera und Transavanguardia, zu denen es am Anfang Berührungspunkte gibt. Tatafiore entwickelt früh die künstlerischen Ausdrucksformen, die charakteristisch für ihn bleiben, das Arbeiten mit unterschiedlichen Techniken und Materialien, die Verbindung von Malerei und Zeichnung mit Collage und objektartigen Skulpturen, den subversiven Ansatz. Zentral ist das Thema der Französischen Revolution, dazu gehören das revolutionäre Personal und die Allegorie der Tugend, die ihr innewohnenden Ambivalenzen, der mythologische Hintergrund wie allgemein die universale Sicht auf die Geschichte als Allegorie. Die Französische Revolution stellt für den Künstler „eine Art ‚Große Metapher‘ dar“ (Jean-Christophe Ammann). Sie ist Gegenstand kontinuierlicher, mehr spielerischer oder hintergründiger, die Sprache mit einbeziehender Auseinandersetzung. In allem offenbart sich, wie das für die weiteren Themenfelder gilt, die Tatafiore sich erschließt, eine große künstlerische Eigenständigkeit und Unmittelbarkeit.

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