AUSSTELLUNGEN

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Die Erfahrung der Landschaft

1973 bis 2022

Georg Baselitz · Karl Bohrmann · Mona Breede · Enrico Della Torre · Marcel Gähler · Anna Gille
Joan Hernández Pijuan · Sharka Hyland · Katja Liebmann · Arnulf Rainer · Gottfried Salzmann
Margherita Spiluttini · Ernesto Tatafiore · Hana Usui

Eröffnung: Mittwoch, 18. Januar 2023, 12 bis 18 Uhr
18. Januar bis 8. März 2023

Meeresbilder IV, 1996, Fotografie, 50 x 60 cm auf 60 x 70 cm

Im Laufe der frühen Neuzeit wurde die Natur, die unmittelbare Sicht auf die Welt ein drängendes Thema und die Landschaft für die Malerei bildwürdig. Ziel war im Rahmen der gegebenen Voraussetzungen eine nüchterne, akribische Annäherung und bildnerische Erfassung der physischen Erscheinung der Welt. In den folgenden Jahrhunderten dann wuchsen der Landschaft andere Möglichkeiten zu. Sie wurde idealisiert und inszeniert, symbolisch überhöht, mit Gefühlsgehalten beladen und als Projektionsfläche für unterschiedlichste Inhalte benutzt.

Erst die Moderne im Laufe des 19. Jahrhunderts arbeitete schrittweise an einer Versachlichung dieses Erbes. Diese Entwicklung wurde in der Folge in der Auseinandersetzung mit dem Sujet vorangetrieben. Die weitere Konzentration auf bildimmanente Problemstellungen, die immer auch dem Gegenstand sein Recht lassen, führten zu einer Konzentration und hatten eine geistige Befreiung und Vertiefung zur Folge. Die großen Entwürfe der Landschaft durch die Jahrhunderte blieben im Hintergrund gegenwärtig, die Beschwörung des Erhabenen und das poetische Moment, die Erschließung des Raums, das Anschauungsproblem, all das schwingt in sublimierter Form mit – in der versachlichten und zugleich suggestiven Landschaftsdokumentation, in der zeichenhaften Reduktion, in den medienübergreifenden und konzeptionellen Ansätzen.