AUSSTELLUNGEN

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Nora Schattauer
Farbe und Struktur
Papierarbeiten von 2008 bis 2020

Eröffnung: Samstag, den 19. Juni, 12-18 Uhr
19. Juni bis 21. Juli

Chromgrün 5, 2016, 55 x 45 cm

Nora Schattauer, 1952 in Duisburg geboren, lebt und arbeitet in Köln. Ausstellungen und Beteiligungen unter anderem im Neuen Museum Weserburg, Bremen, im Museum Kunstpalast, Düsseldorf, in der Hamburger  Kunsthalle, der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, im Museum Ostwall, Dortmund. Seit 2010 Herausgeberin von monografischen Heften zur zeitgenössischen Zeichnung. Zahlreiche Publikationen. 2020 Fritz-Winter-Preis. 2021 Werkverzeichnis der Künstlerbücher im Verlag Walther König. Arbeiten unter anderem in Berlin, Kupferstichkabinett; Bonn, Kunstmuseum Bonn; Dresden, Kupferstichkabinett; Düsseldorf, Museum Kunstpalast; in der Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett.

Nora Schattauer beschäftigt sich mit Formfragen und Bildprozessen, die die herkömmlichen Gattungsgrenzen überschreiten. Zeichnung und Malerei, Linie und Farbe sind darin aufgehoben, aber nicht in herkömmlicher Weise gestalterisches Element, sondern Ergebnis vermittelter, neu erprobter Verfahrensweisen.

Die Künstlerin arbeitet mit chemischen Lösungen und mineralischen Salzen, die auf das Papier kontrolliert aufgetragen werden, derart, dass ein annähernd regelmäßiges, immer neu variiertes Muster das Grundgerüst bildet. Die Substanzen reagieren mit dem Papier, gehen Verbindungen ein und unterliegen nachträglichen Farbveränderungen. Das Ergebnis ist nicht gänzlich kontrollierbar, Erfahrungswerte erlauben aber Möglichkeiten der Steuerung, wobei das Unerwartete seine konstitutive Funktion behält. Strukturierter Aufbau und farbige Erscheinung sind unauflöslich ineinander verwoben, die mikroskopische Formenvielfalt weckt Naturassoziationen, das Pulsieren Erinnerungen an prozessuale Vorgänge.

Den Bildern ist jeder Schematismus rasterartigen Arbeitens genommen. Alles scheint in leichte Schwingungen versetzt, ob es sich um geschlossene oder offenere Strukturen und Binnenformen handelt, gleich welche Linienverläufe und Netzbildungen vorliegen oder in welcher Weise die Farbe changiert. Es herrscht ein Fluktuieren und Vibrieren in der Fläche, ein Oszillieren in der Tiefe, das Wechselspiel von Linie und Farbe und ein Spiel der Umkehrung von Muster und Grund.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 96 Seiten, 61 Abbildungen und einem Beitrag von Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.