MARCEL GÄHLER

MARCEL GÄHLER

Biographie

Bilder

Publikation

Marcel Gähler, 1969 in Zürich geboren und in Winterthur lebend, arbeitet vorrangig im Medium der Zeichnung; die ganze Anlage der Blätter wie alle Valeurs sind dem zeichnerischen Strich anvertraut. Die großformatigen Aquarelle sind ebenfalls in Schwarzweiß angelegt, die Ausdrucksqualität ist die gleiche, ohne dass das Spezifische der jeweiligen Technik verloren ginge. Das innovative Vorgehen bezieht sich auch auf das Verhältnis zur Fotografie und die Art und Weise, wie diese einer bestimmten Welterfahrung und künstlerischen Anverwandlung im Medium der Zeichnung dienstbar gemacht wird.

Das aufwendige Verfahren schließt mehrere Zwischenstufen ein, an deren Ende die Graphitzeichnung steht. Ihr gewinnt der Künstler außerordentliche Möglichkeiten in der Wiedergabe der, selbst schon vermittelten, Realität ab, wobei sich die Detailakribie nicht verselbständigt. Das Kontinuum des dichten Strichgefüges, der Grauwerte und -abstufungen führt zu einer homogenen bildlichen Erscheinung und konstituiert eine eigene Bildrealität. Neben die erzählerische Unmittelbarkeit tritt häufig ein atmosphärisches Moment, die Gegenstände lösen sich in Licht auf, entmaterialisieren und verrätseln sich. Die Zeichnungen entziehen sich dem direkten Zugriff, sie bewahren bei aller Nähe etwas Schwereloses, Distanziertes, die das Gefühlsmoment und den Erinnerungswert ausbalancieren. Es bleibt ein Geheimnis dieser Arbeiten, dass ihre Intensität dadurch eher gesteigert wird. „Die monochrome Tonigkeit und die besondere Rahmung als schräg zum Bildträger gestellte Projektionsfläche thematisieren gewissermaßen den Kernpunkt dessen, was Erinnerung charakterisiert: nämlich Flüchtigkeit und Vergänglichkeit.“ (Kathleen Bühler, Kunstmuseum Bern)