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Ernesto Tatafiore

Werkübersicht 1970 – 2010, II

Eröffnung: Samstag, 8. November 2025, 12 – 16 Uhr
8. November 2025 bis 10. Januar 2026

 Robespierre, 1996, Acryl auf Japanpapier, 11 x 12 cm

Als sich die „Arte Povera“ um 1970 international durchzusetzen begann, nahm Tatafiore schon eine veränderte Position ein und dies als erster der seither bekannt gewordenen sogenannten “Transavanguardia“. Martin Kunz, Ernesto Tatafiore, Kat. Kunstmuseum Luzern, 1982, S. 5

Die formimmanenten, funktionellen Untersuchungen Tatafiores werden in dem realen Kontext, welcher die geschichtlichen, politischen und moralischen Fragen miteinbezieht, uminterpretiert, und dadurch gewinnt das Kunstwerk eine komplexe Bedeutungsstruktur. Lorand Hegyi, Ernesto Tatafiore, Kat. Museum moderner Kunst Wien, 1994, S. 15

Ernesto Tatafiore wurde 1943 in Neapel geboren. 1970 Teilnahme an der Biennale in Venedig, ebenso 1980 und 1990. Seit 1971 enger Austausch mit Jannis Kounellis. 1969 erste Ausstellung bei Lucio Amelio, eine der führenden internationalen Avantgardegalerien der Zeit. Im folgenden unter anderem 1981 Ausstellung dort mit Joseph Beuys, Tony Cragg, Mimmo Paladino, David Salle; 1984, in der Villa Campolieto, mit Richard Long, Robert Rauschenberg, Andy Warhol. Daneben weitere frühe wegweisende Galerieausstellungen, so bei Isy Brachot Paris, André Emmerich New York, Lisson Gallery London, Paul Maenz Köln. Ausstellungen in zahlreichen international führenden Museen mit begleitenden Publikationen.     

Tatafiore entwickelte früh seine Ausdrucksformen, das Arbeiten mit unterschiedlichen Techniken und Materialien, die Verbindung von Malerei und Zeichnung, Collage und objektartigen Skulpturen, den subversiven Ansatz. Zentral ist das Thema der Französischen Revolution, die für den Künstler „eine Art ‚Große Metapher‘ darstellt“ (Jean-Christophe Ammann), wesentlich sind die ihr innewohnenden Ambivalenzen, der Tugendterror (“la vertu“), der mythologische Hintergrund, die Geschichte als Allegorie. Das geschieht in mehr spielerischer oder hintergründiger, die Sprache mit einbeziehender Form. Leitmotivisch begleitet diese universale Sicht der Vesuv, als ewiges Wahrzeichen der Gefähr-dungen in der Geschichte wie auch seiner Heimat, das Land, „in das man wie Odysseus immer wieder zurückkehren muss“ (La terra, come Ulisse, a cui bisogna sempre fare ritorno, Ernesto Tatafiore).

Die Galerie veröffentlichte 2010 und 2019 zwei Kataloge zu Ernesto Tatafiore mit Fachbeiträgen und kommentierter Biographie.

Circe, 2008, Gouache und Aquarell auf Papier, 24,8 x 20,5 cm