AUSSTELLUNGEN

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Nora Schattauer

Eröffnung: Samstag, den 21. Februar, 11 bis 15 Uhr

21. Februar bis 18. April 2026

Kupfer 111, 2024, 30 x 20 cm

„Die Bildoberfläche“ von Nora Schattauers Arbeiten, „soweit sie denn vorhanden ist, erscheint als untrennbare Einheit von Material und seiner völligen substantiellen Durchdringung. Dieser Prozess ist Gleichnis für das künstlerische Schaffen und darüber hinaus für alle Denkungsart, die sich von der Oberfläche weg tieferen Schichten zuwendet. Erst hier entsteht… Ordnung, Harmonie, etwas, was wir Schönheit nennen und was letztendlich als utopischer Begriff nach der Einheit von Geist und Materie Ausschau hält. Der Prozess aber, dem dieser Vorgang unterliegt, nimmt uns die unrealistische Vorstellung, wir könnten jemals in dieser absoluten Harmonie ankommen.“ (Eugen Blume, Kat. Nora Schattauer, hrsg. von Christiane Stahl, Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin 2011)

Nora Schattauer, 1952 in Duisburg geboren, lebt und arbeitet in Köln. Ausstellungen und Beteiligungen unter anderem im Neuen Museum Weserburg, Bremen, im Museum Kunstpalast, Düsseldorf, in der Hamburger Kunsthalle, der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, im Museum Ostwall, Dortmund. Seit 2010 Herausgeberin von monografischen Heften zur zeitgenössischen Zeichnung. Zahlreiche Publikationen und Werkbücher. 2020 Fritz-Winter-Preis. 2021 Werkverzeichnis der Künstlerbücher im Verlag Walther König. Arbeiten unter anderem in BerlinKupferstichkabinett; im Kunstmuseum Bonn; Kupferstichkabinett Dresden; Museum Kunstpalast Düsseldorf; in der Hamburger Kunsthalle.

Nora Schattauer beschäftigt sich mit Formfragen und Bildprozessen, die die herkömmlichen Gattungsgrenzen überschreiten. Sie erprobt neue Verfahrensweisen, arbeitet mit chemischen Lösungen und mineralischen Salzen. Die Substanzen reagieren mit dem Papier, gehen Verbindungen ein; das Ergebnis ist nicht gänzlich kontrollierbar, Erfahrungswerte erlauben aber Möglichkeiten der Steuerung. Strukturierter Aufbau und farbige Erscheinung sind unauflöslich ineinander verwoben, die mikroskopische Formenvielfalt weckt Naturassoziationen, das Pulsieren Erinnerungen an prozessuale Vorgänge. Es herrscht eine leichte Bewegung, ein Vibrieren in der Fläche, ein Oszillieren in der Tiefe, das Wechselspiel von Linie und Farbe und ein Spiel der Umkehrung von Muster und Grund.

„Nora Schattauers Arbeiten beeindrucken durch ihre Intensität, ihre Präzision und geheimnisvolle Farbigkeit… Was wie ein gezeichnetes Gitterwerk mit Kreisen und Quadraten aussieht, ist tatsächlich die Reaktion von Anziehung und Ausdehnung verschiedener Farb-Stoffe. Es entwickeln sich faszinierende Strukturen und Systeme mit einem unendlichen Nuancenreichtum. Sie sind Ausdruck von Transformation, Intuition und Kommunikation. Ihre Farbfindungen führen zu neuen, physisch oft nicht greifbaren Räumen und schließlich zur grundsätzlichen Hinterfragung der Begriffe von Malerei, Zeichnung und Formbarkeit. Es ist unbekannte Malerei, die neue Wege und Erfahrungen zur Farbe und Wahrnehmung eröffnet.“ (Petra Roettig, Kat. Nora Schattauer, Düsseldorf 2025)

In der Edition der Galerie erschien 2021 ein Katalog zu Nora Schattauer mit 96 Seiten, 62 Abbildungen und einem Fachbeitrag von Bernhard Maaz.